Auf den ersten Blick liest sich die Bilanz von der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ) wieder mal ganz hervorragend. Die Hansestadt meldet einen Rekordbesuch, noch nie seien so viel Besucher nach Bremen gekommen, wie 2011. Die Übernachtungszahlen sind stark gestiegen und damit auch die Umsätze der Gastronomiebetriebe.
Hatten wir so etwas vor ungefähr viereinhalb Monaten nicht schon einmal? Die Situation auf dem Bremer Hotelmarkt hat sich seitdem nicht verändert und ist immer noch alles andere als einfach: Die enttäuschende Entwicklung im Bereich der Großveranstaltungen und Kongresse, der Verdrängungswettbewerb durch zunehmenden Low-Budget-Tourismus bei anhaltend niedriger Zahlungsbereitschaft der Gäste und die auf absehbare Zeit dennoch steigenden Bettenkapazitäten stellen große Herausforderungen für die Hotelunternehmer und ihre Mitarbeiter dar. Viele Hotels haben trotz gestiegener Gästezahlen in Bremen rückläufige Umsatzzahlen.
Zu den sommerlichen Temperaturen, die wir ja schon ansatzweise in Bremen hatten und hoffentlich auch noch haben werden, gesellen sich zur Zeit auch heiße Preise in der Hotellerie. Das liegt vermutlich auch daran, dass die touristischen Events und Aktivitäten in Bremen fehlen. Andere Städte (zum Beispiel Hamburg) haben viel kreativere Ansätze, in den Sommermonaten die Hotels zu füllen.
Wohin das führt? Die großen Häuser in der Hansestadt bieten ihre Zimmer zu Dumpingpreise an. Ein Beispiel gefällig? Nehmen wir doch mal das Maritim Hotel Bremen. Ein Vier-Sterne-Haus, zentral gelegen.

Vor nicht allzu langer Zeit haben wir von der Initiative ServiceQualität Deutschland eine Auszeichnung erhalten. Ziel der Initiative ist die nachhaltige und kontinuierliche Verbesserung der Servicequalität. Wir haben bei der Reservierung, Frühstück und Check-in im prizeotel die quantitativen und qualitativen Mindestanforderungen sogar übertroffen und wurden gelobt für die detaillierte und strukturierte Einarbeitung für neue Mitarbeiter. Als erstes Budget-Design Hotel bekamen wir deshalb ein sogenanntes “Q”-Gütesiegel.
Heute nun landete ein Brief vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung auf meinem Schreibtisch. Darin heißt es unter anderem:
Neu gestaltete Postkarten verschicken wir seit Ende Januar an unsere Kunden. Zu sehen sind verschiedene Motive – unter anderem die Betten oder das Bad – aus unserem Haus, passend zu unserer 5-B-Strategie (Bed, Bathroom, Booking, Breakfast, Be happy). Sowohl bestehende Kunden als auch an neue Kunden konnten sich in den vergangenen Wochen über Post aus dem prizeotel freuen. Hier ein Beispiel unserer Karten:

Zunächst dachten wir an einen Aprilscherz (siehe Poststempel), als wir entdeckten, dass ein anderes Bremer Hotel unsere Idee wohl spitzenmäßig fand und kurzerhand kopierte:
Immer mehr Touristen kommen nach Bremen, Touristik-Zentrale, Gastwirte und Hotels sind zufrieden. Zwar liegen der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ) noch keine aktuellen Zahlen zum Sommer 2010 vor, doch eine Sprecherin ist sich sicher: “Es sieht deutlich besser aus als im Vorjahr. Bis einschließlich April stiegen die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent. Auch der Mai sei fast so gut gewesen wie 2009 – und das sogar ohne das Zugpferd Kirchentag” – so lautet die Kernaussage eines Artikels im Weser-Kurier vom 21.07.2010.
Die Politiker scheinen sich einig zu sein, zumindest wenn es um das Wellnesshotel am Unisee geht. Geplant sind laut Investoren: 90 Millionen Euro Kosten und 100 neue Jobs. Pro Jahr sollen 100.000 bis 140.000 Gäste pro Nacht im neuen Wellnesstempel in Bremens grüner Oase übernachten. Doch wo soll Bremen denn noch weitere 100.000 Gäste herholen? Es ist ja nicht so, dass es in Bremen schon richtig gute Hotels gibt. Das prizeotel mal außen vor gelassen. Mit dem 5-Sterne-Swisshotel ist die Hansestadt doch auch wellnessmäßig schon ganz weit vorn. Aber wenn Investoren und Politiker dieses Projekt für so wichtig halten, wird das schon alles sehr gut durchkalkuliert sein. Für die bereits vorhandenen Hotels in Bremen heißt es nun künftig: Der Verdrängungswettbewerb wird zunehmend schärfer.
Herzlichen Glückwunsch und ein DANKE SCHÖN an die tolle Arbeit der BTZ – Bremer Tourismuszentrale, den Damen und Herren um BTZ-Chef Peter Siemering. Es ist der BTZ gelungen trotz der Krise, die eingebrochenen Segmente durch neue Gäste zu kompensieren. Speziell das Auslandsgeschäft zieht an, was wir auch deutlich im prizeotel merken. Weiter so mit der tollen Arbeit, prizeotel freut sich auf noch mehr individuelle Geschäfts- und Städtereisende…und daher fällt der Beitrag bei uns in die Kategorie “Daumen hoch”, oder besser “WHAT’S HOT”…
Videointerview von Peter Siemering, einfach anklicken