Wer von sich über Hotels erkundigt, der kommt an einem Punkt nicht vorbei: Bewertungen. Was früher Mund zu Mund-Propaganda war, das findet heutzutage öffentlich im Internet statt. Jeder Gast hat in den gängigen Bewertungsplattformen die Möglichkeit, Hotels zu bewerten. Service, Qualität, Freundlichkeit – es gibt vieles, was die Menschen an einem Hotel schätzen oder eben nicht. Das ist auch von Gast zu Gast unterschiedlich.
Mit ‘Bewertungsportal’ getaggte Artikel

“Die Platzierung der HotelAds auf HolidayCheck oberhalb der Beliebtheitsrankings auf Orts- und Regionen-Seiten soll die Sichtbarkeit für Hotels erhöhen, die aufgrund vom Bewertungsdurchschnitt sonst nicht im direkten Sichtfeld wären.” – heißt soviel wie: Scheißegal, was das Hotel für eine Dienstleistung abliefert, wenn es genug Geld hat, steht es sowieso oben. Was ist das denn für eine Aktion? Das hat mit Neutralität und Unabhängigkeit eines Bewertungsportals aber nicht mehr viel zu tun. Holidaycheck war schon immer und ist ein Buchungsportal und kein Bewertungsportal, nun sollte das auch wirklich jeder verstanden haben. In meinem BLOG-Beiträgen (u.a. diesem hier) und diversen Präsentationen, habe ich immer wieder darauf hingewiesen, ohne allerdings mit diesen Thesen auf fruchtbarem Boden zu treffen. Im Gegenteil, man fragte mich (und immer noch): “Welches Interesse hat ein Hotelunternehmen tatsächlich am Ausschluss des längst üblichen Bewertungsverfahrens?”

Das ist eine spannende Frage, mit der sich die Richter am Landgericht Hamburg in dieser Woche auseinandersetzen mussten: Ist HolidayCheck nun ein Buchungsportal oder ein Bewertungsportal? Was ist überhaupt der Unterschied?
In einem Verfahren zwischen A&O Hotels und HolidayCheck über den Wahrheitsgrundsatz der Bewertungen hatten die Richter ein klares Urteil: Wer ein Reisebuchungsportal betreibt, ist dafür verantwortlich, dass die veröffentlichten Bewertungen auch der Wahrheit entsprechen. Mit dem Urteil machte das Landgericht deutlich, dass HolidayCheck nicht nur ein reines Bewertungsportal ist, sondern vielmehr auch eine kommerzielle Verkaufsplattform. Dies hat spätestens die Einführung der “HolidayCheck-Deals” deutlich gemacht. Es gehe dieser Internetseite vorrangig darum, mit den Informationen über die Hotels die Attraktivität des Online-Angebotes zu steigern.
Feedback ist wichtig. In jeder Branche. Man sollte sich mit einem Produkt auseinandersetzen, sowohl der Kunde als auch der Dienstleister. Im Restaurant wird man auch gefragt, ob das Essen denn auch geschmeckt hat. Bei positivem Feedback weiss der Anbieter, dass er seine Arbeit gut gemacht hat. Bei Kritik hat er die Möglichkeit zu reagieren und es beim nächsten Mal für den neuen Kunden/Gast besser zu machen. Zumindest sollte seine Reaktion so aussehen. In der Hotellerie ist es häufig so, dass die Mitarbeiter und Gäste zwar im Mittelpunkt der Unternehmensphilosophie stehen, die Beteiligten aber davon häufig nichts merken. Seitdem die Gäste in den unzähligen Bewertungsportalen ihre Meinung öffentlich kundtun können, nimmt die Auseinandersetzung mit den Kritiken allerdings zum Glück zu.
Die Beiträge in der Hotelfachpresse zum Thema Manipulation von Hotelbewertungen häufen sich, denn die Bedeutung von Hotelbewertungsportalen nimmt weiter zu. Hier ein Statement von Marco Nussbaum, Co-Founder und CEO prizeotel, zu diesem Thema …
Oft setzen Hoteliers ihr Marketing-Augenmerk darauf und verzichten auf andere Werbemaßnahmen im Netz wie Suchmaschinenwerbung. Das verleitet viele Hoteliers dazu, gefälschte Gästebewertungen auf Portalen einzustellen. Ob sie dafür den Praktikanten einspannen oder doch auf „professionelle“ Hilfe aus dem Agenturenbereich setzen, ist eine Frage des Geldes (von der Frage des Gewissens mal ganz zu schweigen).
Astroturfing? Sagt Ihnen das was? Nein? Wenn Sie des Öfteren auf Hotelbewertungsportalen unterwegs sind, ist Ihnen diese Methode vielleicht schon einmal untergekommen. Natürlich ohne, dass Sie es bemerkt haben! Astroturfing bezeichnet im Prinzip nichts anderes als strategisch gut platzierte Bewertungen und Erfahrungsberichte, die keine wahren sind. Es handelt sich hierbei ganz profan also um professionell hergestellte Blendertexte, die gezielt Meinungen beeinflussen sollen.

Sichtbarkeit im Netz ist ein großes Thema. Auch für uns. So haben wir uns schon vor der Eröffnung von prizeotel ein sogenanntes Premium-Listing bei Qype.com gesichert. Es erscheint bei der Eingabe des Wortes „Hotel“ in die Suchmaske des Bewertungsportals für die Stadt „Bremen“ das prizeotel exklusiv an erster Stelle. Damals war es allerdings so, dass dieser Ranking-Platz ausschließlich für einen Partner reserviert war.
Wir sind darauf gestoßen, dass es nun mehrere Premium-Partner gibt. Diese werden zufällig angezeigt. Nur durch den Klick auf „Mehr Premium-Partner“ gelangt man schließlich zu allen exklusiven Teilnehmern, deren Anzahl übrigens unbegrenzt ist. Eine Tatsache, die sofort zum Nachdenken anregt – wo bleibt denn da die Sinnhaftigkeit, wenn jeder sofort zum Premium-Mitglied avancieren kann.
