MESSAGE FROM THE CEO
18. Mai 2010

Wer baut das Wellnesshotel am Unisee? Private Investoren oder doch die Stadt?

Die Politiker scheinen sich einig zu sein, zumindest wenn es um das Wellnesshotel am Unisee geht. Geplant sind laut Investoren: 90 Millionen Euro Kosten und 100 neue Jobs. Pro Jahr sollen 100.000 bis 140.000 Gäste pro Nacht im neuen Wellnesstempel in Bremens grüner Oase übernachten. Doch wo soll Bremen denn noch weitere 100.000 Gäste herholen? Es ist ja nicht so, dass es in Bremen schon richtig gute Hotels gibt. Das prizeotel mal außen vor gelassen. Mit dem 5-Sterne-Swisshotel ist die Hansestadt doch auch wellnessmäßig schon ganz weit vorn. Aber wenn Investoren und Politiker dieses Projekt für so wichtig halten, wird das schon alles sehr gut durchkalkuliert sein. Für die bereits vorhandenen Hotels in Bremen heißt es nun künftig: Der Verdrängungswettbewerb wird zunehmend schärfer.

Aber das ist nicht der einzig fade Beigeschmack an diesem neuen Hotel. Eine Frage bleibt weiterhin offen: Wird dieses neue Projekt ausschließlich von privaten Investoren finanziert oder klinkt sich die Stadt Bremen mit Zuschüssen ein? Weitergedacht könnte man dann leicht darauf kommen, dass die Politiker den verschärften Wettbewerb finanzieren würden. Und das wäre nicht fair gegenüber den bestehenden Hotels.

Wenn Bremen noch ein paar Zuschüsse locker sitzen haben sollte, würde der Tourismuszentrale bestimmt etwas sinnvolles damit einfallen. Der Stadt kann es sicherlich nicht schaden, im Bereich Veranstaltungs- und Messebereich noch ein paar hochwertige Veranstaltungen ins kleinste Bundesland zu ziehen.

Aber letztendlich werden sich die Politiker sicherlich für die lukrativste Variante für unsere schöne Stadt entscheiden.

Was die Bremer zum dazu veröffentlichen Zeitungsartikel denken, haben wir hier kurz einmal zusammengefasst:

tommi24 am 14.05.2010 um 16:17:29
Ach nee, mal wieder ein neues Hotel…..

main-weser-bahn am 14.05.2010 um 16:37:46
Wenn man etwas für den Tourismus tun will, braucht man selbstverständlich spezielle Hotels.

susiwolf am 14.05.2010 um 18:29:05
J-e-d-e-r-m-a-n-n und J-e-d-e-r-f-r-a-u
… und wieder einmal eine Planung, die Bremen’s desolate Haushaltslage verbessern soll.
Tut sie das … ? Wohl kaum: Es ist einfach nicht hinnehmbar, das eines der schönsten Naturgebiete – wieder ‘mal – in die Krallen von irgendwelchen verrückt gewordenen Politikern, sog. Wirtschaftsfachleuten oder einfach Schickimicki-Gästen gerät.
Jeder Mann, jede Frau, jedes Kind hat das Recht auf naturnahes Erleben, was gerade dort gegeben ist. Besser aufgehoben wären Bremen’s Gäste in den bereits vorhandenen Hotels, um dann in eben dieses Uniseegebiet ‘Bewegungstherapie durchzuführen’.
Zitat: “Die Pläne sind mit Wohlwollen aufgenommen worden …” ? Sicherlich nicht von Frau und Herrn Jedermann … Und wieder ein Stück Natur futsch. Da wird die Freude über ‘parking’ und ‘traffic’ und ‘money’ aber groß sein. Alles gehabt, alles schon dagewesen. Pfui Teufel.
Erbärmlich! … cogito ergo sum … !

Gigbert Werling am 14.05.2010 um 22:44:33
Ein Wellness Hotel unmittelbar neben einer Müllverbrennungsanlage und in Sichtweite der Mülldeponie und die Bremer SPD ist begeistert . Herzlich Willkommen in Schilda!

tommi24 am 15.05.2010 um 06:59:54
Vielleicht geht es ja nur darum, wer es baut, wer die Subventionen besorgt, wer berät und expertet und vor allem spendet! Da haben wir doch die altbekannte Truppe und sollte das Hotel nicht “laufen”, mietet eben die Stadt. Kennen wir alles schon!

Raspa am 15.05.2010 um 08:46:14
Mal ganz abgesehen von einem schönen Badesee, der in Sicht- und Riechweite einer Müllkippe und Verbrennungsanlage liegt.

Wer soll das finanzieren? Im Artikel wird von Wirtschaftsförderung gesprochen, woraus ich auf die Stadt Bremen schließe. Habe ich nicht vor ein paar Tagen etwas von einer Haushaltssperre gehört, die aus meiner Sicht für Bremen auch Sinn macht.

In Bremen wird Geld ausgegeben, dass wir gar nicht haben, um später an Stellen zu sparen, wo man eigentlich nicht sparen dürfte. In Bremen leistet man sich Sachen, wo Kommunen in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg nur darüber staunen – und die bezahlen unsere Gelder aus dem Länderfinanzausgleich. Es fehlt jemand, der aus unabhängiger Position heraus den Politikern hier mal eine Rückmeldung gibt, was sie eigentlich alles so entscheiden und welche langfristigen Folgen das hat.

Ich liebe es Bremer zu sein, aber manchmal müsste mal ein Vergleich zwischen Bremen und Griechenland erlaubt sein.

Ich bin auch sehr gespannt, wie dieses Hotel auf durchschnittlich 273 Gäste pro Nacht über das ganze Jahr hinweg (=ca. 100.000 Gäste pro Jahr) kommen will. Ich würde 50 Gäste pro Nacht eher als optimistisch halten, zumindest solange bis das Hotel erst mal einen guten Ruf aufgebaut hat (was Jahre kosten dürfte). Ich stelle mal die Frage in den Raum, ob Bremen nicht sowieso schon ein Überangebot an Hotels hat. Vielleicht nicht an Wellness-Hotels, aber an Hotelkapazität allgemein.

Hier können Sie den Weser-Kurier-Artikel lesen:

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