Man kann es sehen, wie man will: Meiner Meinung nach ändern sich die Parameter, um Erfolg zu haben, heute so schnell, dass man oftmals gar nicht mehr nachkommt. Egal welchen Bereich man sich anschaut, ständig kommen neue Player auf den Markt, ständig neue Mitbewerber, neue Produkte, es gibt neue Anforderung an die Führung eines Unternehmens usw.. Auch die Hotelindustrie steht vor dieser Herausforderung. Was also passiert, wenn jemand Rat sucht? Es wird XING durchsucht, es wird das linkedIn durchsucht, es wird im Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis gefragt, ob man nicht jemanden kennt, mit dem man sich mal “unterhalten” kann, der einem weiterhilft.
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Marco Nussbaum
Für mich sind zwei Dinge nicht zu trennen: Tradition und Innovation. Expertise, Kreativität und eine dezidierte Meinung und Authentizität machen mich aus. Erfolg ist immer Teamarbeit. Es ist erstaunlich, was du alles erreichen kannst, wenn es dir egal ist, wer die Anerkennung dafür erntet. Oder anders: Vielen Unternehmen ginge es besser, wenn die Leute ihr Ego besser im Griff hätten. Ich bin kritisch und somit nicht immer bequem, aber immer ehrlich.
Seit Samstag bin ich wieder in New York City, um mich mit unserem Designer Karim Rashid und seinem Team zu treffen. Es gibt viele Dinge zu diskutieren und persönlich nutze ich diese Trips auch immer, um mir neue Konzepte, Businessmodelle, Marketingideen, Entwicklungen, etc. anzusehen, mich aber auch mit Leuten zu treffen und zu hören, wie Märkte sich entwickeln. Alles in allem erwarte ich mal wieder einen inspirierenden Erfahrungsaustausch auf allen Ebenen. Somit werde ich in den kommenden Tagen sicherlich das eine oder andere posten, was ich persönlich spannend und interessant finde.
Immer wieder und wieder kommt das Thema Google-Hotelfinder oder Google überhaupt auf. Es sollte doch jedem klar sein, die Hotels haben keine Chance (da überhaupt kein Geld da ist, um mit- oder gegenzuhalten). Alles, was der Hotelfinder, beziehungsweise Google auslöst ist, dass die Distributionskosten steigen. Und dieser Artikel sagt alles: “There is a major new marketing war going on between Priceline and Expedia, and Google is the beneficiary.”
Kein Hotel schafft es mehr, ohne die OTA’s zu überleben. Als Hotelier würde ich mich bei einem Anstieg der Distributionskosten eher von diesen mittelmäßigen und kleinen Kooperationen/Marken verabschieden. Die Kosten kann man sich sparen und diese Marken werden mittelfristig in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Am Wochenende hatte ich eine sehr interessante Diskussion mit verschieden Leuten. Es ging um deren Buchungsverhalten, speziell um die Nutzung der sogeannten Last-Minute-Mobile-Apps wie zum Beispiel “JustBook“, “HotelTonight”, blink.com oder “Hotels now” von HRS. Persönlich mache ich die Erfahrung für unsere Stadthotels, dass die Buchungen immer kurzfristiger werden. Ein Großteil der Buchungen kommt tatsächlich erst 72, 48 oder 24 Stunden vorher, wenn nicht sogar am selben Tag. Da ist es natürlich schwer, Prognosen zu treffen, Dienstpläne zu schreiben, etc..
Schon lange gibt es die Diskussion in der Hotellerie: Check-in-Zeiten und Check-out-Zeiten. Aktuell ist der Standard, dass man ab 15 Uhr sein Zimmer beziehen und bis 12 Uhr am folgenden Tag bleiben darf. Zusammengerechnet sind das also nicht 24 Stunden, sondern nur 21 Stunden, wenn ich das als Gast voll auskoste. Natürlich lasse ich jetzt weg, dass es in vielen Hotels möglich ist, schon vorher einzuchecken, weil die Belegung des Hauses tags zuvor eventuell nicht so hoch war. Mit ein paar netten Worten darf vielerorts der Gast bestimmt auch einfach ein wenig länger bleiben. Dennoch: Alles in allem sind es laut Reservierungsbestätigung meistens immer nur 21 Stunden, in den seltensten Fällen wird das voll ausgenutzt.
Die Mitteilung ist eine erschreckende, wie aber auch warnende zugleich. Das Park Hotel Bremen, ein 5-Sterne-Superior Leading Hotel of the World ist insolvent. Grotesk die Seite 7 des “Weser-Kuriers“. Oben der Bericht über die Insolvenz des einen Hotels, darunter die Mitteilung über die Eröffnung eines weiteren großen IBIS Hotels auf dem Bahnhofsvorplatz.
Nun ist es also passiert: HolidayCheck erweitert sein Geschäftsmodell und damit seine Marge. In die Röhre gucken wieder einmal die Hotels, obwohl diese wohl genau das Modell gefordert haben. Aber der Reihe nach, die Woche kam die “attraktive” Aufforderung:
Lass‘ die Kunden auf DEINER Webseite buchen und hole Dir Direktgeschäft mit dem HolidayCheck Direct Link!
HolidayCheck ist genau das, was der Harvard-Business-School-Professor Clayton Christensen als “Disruptive Innovation” bezeichnet. Also umwälzende Neuerungen in einer Branche, die etablierte Unternehmen zwingen, radikal umzudenken, wenn sie überleben wollen. Auf der einen Seite die Hotellerie, die es einfach verpasst hat, das Internet für sich zu nutzen (die Gründe sind hinlänglich bekannt und können in meinen anderen BLOG Beiträgen nachgelesen werden). Auf der andere Seite immer wieder neue Geschäftsmodelle, die überhaupt erst durch das Internet entstanden sind.