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Meta-Search-Engines sind der neue „Pain-In-The-Ass“ und die Hotellerie will es mal wieder aussitzen

Der Wettbewerb bei den Hotelportalen wird härter, der ProSiebenSat.1-Inkubator Epic Companies stellt sich mit Discavo gegen andere auf.  

Epic Companies, der Inkubator der ProSiebenSat.1-Sendergruppe, startet ein Hotelvergleichsportal und die Sendergruppe soll für die notwendige Reichweite sorgen. Die Buchung selbst erfolgt bei der Meta-Suchmaschine derweil über Anbieter wie Expedia.de, Booking.com oder Weg.de (das seit kurzem auch zu ProSiebenSat.1 gehört).

Meta-Suchmaschinen sind der neue “Pain-In-The-Ass” geworden, weil der User über sie auch ein Hotel und verschiedene Preise finden kann. Das ist in der Internet-Industrie inzwischen eine Menge wert. Die überraschende Übernahme von Trivago im Dezember 2012 hat es gezeigt: Expedia zahlte 477 Millionen Euro, um 61,6% an Trivago zu übernehmen. Und Hoteliers unternehmen alles, um die Portale zu stärken, aber nichts, um sich selbst zu stärken und vor allem das Wertvollste zu pflegen, was sie haben: Content! Ohne Content wären viele Portale und Meta-Suchmaschinen uninteressant. Deshalb ist die Abhängigkeit der Hotels von diesen Seiten mittlerweile geradezu paradox.

Konkret sieht die Situation doch so aus: Selbst eine Meta-Suchmaschine bietet im Google-Hotelfinder gegen andere OTAs und gegen das Hotel. Klickt der Kunde auf die Meta-Suchmaschine verdient Google. Wenn man von der Meta-Suchmaschine über ein OTA das Hotel bucht, verdient die Meta-Suchmaschine und das jeweilige OTA daran! Wo früher nur eine einzige und direkte Verbindung zwischen Gast und Hotelier existierte, haben sich nun weitere Partner geschoben, die alle mit dem Hotel, aber nicht für das Hotel Geld verdienen wollen.

Geht man davon aus, dass das Hotel eine Provision an das OTA zahlt, die wiederum einen Teil ihrer Provision an die Meta-Suchmaschine abgeben und die Meta-Suchmaschine wiederum Google bezahlt, dann ist das ein sehr plakatives Beispiel dafür, wie sich die Hotel-Vertriebskosten kontinuierlich erhöhen werden. OTA, Meta-Suchmaschine und auch Google haben klare Margen, die erzielt werden wollen. Sollte irgendwo die Marge nicht stimmen, wird der jeweilige Partner die Kosten für sein Businessmodell erhöhen. Der Einzige, der die Preise nicht erhöht, ist der Hotelier. Warum eigentlich nicht?

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  • Wolfgang Schene

    Ich habe mir über Weihnachten hunderte von Hotelseiten angesehen. Realität bei geschätzten 65 % der Hotels:
    Keine Online – Buchungsmöglichkeit – dafür Anfrage per Email
    oder
    Buchungsbutton von HRS oder Ähnliches auf der Homepage.
    Das alles auch bei Hotels mit mehr als 30 Zimmern. Läuft doch alles Super – Audi vor der Tür – Bella Figura – Ende. Da werde ich mich doch nicht mit solchen Nichtigkeiten beschäftigen.
    Die Ignoranz der deutschen Hoteliers ist ungebrochen.

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  • BN

    Lieber Marco Nussbaum,
    Sie haben absolut recht !
    Die Hotellerie hat nur noch eines im Focus: wie kann man sich entsprechend in den OTAs profilieren … Den meisten fällt nur eins ein: Preise runter….zu dumm…
    Schauen Sie sich nur die Panik Reaktionen einiger großen Hotelgesellschaften in Deutschland an: schneller Gutescheinverkauf für die Liquidität…wie armselig …. Für mich die falsche Strategie … Die Spirale nach unten wird immer gròßer und immer heftiger… Alle finden das problematisch, aber die meisten machen mit …. :)
    Grüße, BN

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