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Warum muss der Meldeschein denn noch einmal ausgefüllt werden, obwohl das Hotel meine Daten hat ?

Im heutigen Eintrag in der Kategorie “Fragen und Antworten” widmen wir uns dem check-in. Es ist in letzter Zeit häufiger vorgekommen, das Gäste fragen ”warum muss ich denn den Meldeschein noch einmal ausfüllen, sie haben doch meine Daten ?” und den langen check-in-Prozess monieren.

Dazu ist zu sagen, dass wir das nicht selbst erfunden haben.  Unsere wäre es auch lieber, wenn wir unseren Gästen einen vorgedruckten Meldeschein vorlegen könnten, bei dem sie nur noch unterschreiben brauchen. Das geht aber leider so nicht, denn es gibt das Meldegesetz und wir als Hotel haben da ganz strikte Vorgaben.  Natürlich kann es sein, dass das eine oder andere Hotel das nicht so genau nimmt.  prizeotel hingegen möchte sich Ärger oder Strafen ersparen, die dann im Rahmen einer Routine- oder anderen Kontrolle von der Bundespolizei oder anderen Behörden verhängt werden, wenn die Dinge eben nicht wie gewünscht umgesetzt werden.

Im Grunde ist es wie folgt :

1. wenn ein Gast das erste mal im Hotel übernachtet, dann muss er den Meldeschein komplett handschriftlich ausfüllen

2. wenn der gleiche Gast innerhalb von 12 Monaten wieder in dem gleichen Hotel übernachtet, dann darf der Meldeschein vorgedruckt werden und der Gast muss nur noch unterschreiben (machen wir im Übrigen)

3. wenn der Gast länger als 12 Monate nicht mehr im Hotel übernachtet hat, dann geht es wieder mit 1. los

Nachfolgend einmal ein paar Paragraphen, die das auch widerspiegeln.  Achtung, es kann von Bundesland zu Bundesland unterschiede geben :

Meldegesetz

§ 27 Besondere Meldescheine für Beherbergungsstätten

(1) [1] Die Leitung der Beherbergungsstätte oder die von ihr beauftragte Person hat besondere Meldescheine bereitzuhalten und darauf hinzuwirken, dass die aufgenommene Person ihre Verpflichtung nach § 26 Abs. 2 erfüllt.[9] Legt der beherbergte ausländische Gast kein oder kein gültiges Identitätsdokument vor, so ist dies auf dem Meldeschein zu vermerken.

(2) Die Meldescheine müssen Angaben enthalten über

1.den Tag der Ankunft und den der voraussichtlichen Abreise,

2.den Familiennamen,

3.den gebräuchlichen Vornamen (Rufnamen),

4.den Tag der Geburt,

5.die Anschrift,

6.[1] die Staatsangehörigkeiten.

Die Leitung der Beherbergungsstätte oder die von ihr beauftragte Person hat bei ausländischen Gästen die im Meldeschein gemachten Angaben mit denen des Identitätsdokuments zu vergleichen.[9] Ergeben sich hierbei Abweichungen, so ist dies auf dem Meldeschein zu vermerken.[1]

(3) [1] Die ausgefüllten Meldescheine sind der Meldebehörde, den Behörden des Polizeivollzugsdienstes und den Staatsanwaltschaften auf Verlangen zur Einsicht vorzulegen oder zu übermitteln, wenn dies nach ihrer Feststellung zur Gefahrenabwehr oder Strafverfolgung oder zur Aufklärung des Schicksals von Vermissten oder Unfallopfern erforderlich ist. Die Meldescheine sind vom Tage der Abreise an bis zum Ende des nächsten Jahres aufzubewahren, vor unbefugter Einsicht zu sichern und nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist unverzüglich zu vernichten.

§ 26 Beherbergungsstätten

(2) [9] Die beherbergten Personen haben am Tage der Ankunft einen besonderen Meldeschein handschriftlich auszufüllen und zu unterschreiben; beherbergte ausländische Gäste haben sich dabei gegenüber der Leitung der Beherbergungsstätte oder der von ihr beauftragten Person durch die Vorlage eines gültigen Identitätsdokuments (Pass, Personalausweis oder ein anderes Passersatzpapier) auszuweisen, soweit es sich nicht um die mitreisende Ehegattin oder den mitreisenden Ehegatten, die mitreisende Lebenspartnerin oder den mitreisenden Lebenspartner, um minderjährige Kinder in Begleitung der Eltern oder eines Elternteils sowie um Teilnehmerinnen oder Teilnehmer von Reisegesellschaften von mehr als zehn Personen handelt. Wer als Ehegattin, Ehegatte, Lebenspartnerin oder Lebenspartner mitreist, kann auf den Meldeschein aufgenommen werden, der von einer oder einem von ihnen auszufüllen und zu unterschreiben ist. Minderjährige Kinder in Begleitung der Eltern oder eines Elternteils sind nur der Zahl nach anzugeben. Bei Reisegesellschaften von mehr als zehn Personen trifft die Verpflichtung nach Satz 1 nur die Reiseleitung; sie hat die Zahl der Mitreisenden mit ihrer Staatsangehörigkeit anzugeben. Nimmt eine nach Satz 1 angemeldete Person innerhalb eines Jahres erneut Unterkunft in der Beherbergungsstätte, genügt es, wenn sie einen mit den Angaben nach § 27 Abs. 2 versehenen Meldeschein eigenhändig unterschreibt.

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  • http://www.blog.hotellerie.de Markus Luthe

    Mit der Föderalismusreform ist das Melderecht von den Ländern auf den Bund übergegangen. Erste Referentenentwürfe eines Bundesmeldegesetzes sehen Erleichterungen (Stammgästeregelung wie oben beschrieben) für den Check-in im Hotel vor. Hoffen wir, dass eine praxisnähere Ausgestaltung (elektronische Unterschriften etc.) auch in der endgültigen Gesetzesfassung stehen werden.

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  • YetiYeti

    Würd ich definitivst verweigern. Als ich das letzte Mal in einer Pension übernachtet habe wußte ich noch garnicht daß es so etwas überhaupt gibt. Hat auch keiner was von gesagt. Und wenn hätt ichs verweigert. Wann ich wo übernachte geht definitivst niemanden etwas an, und die Idendität geht genausowenig jemanden etwas an. Wenn ich wiedermal in ner Pension übernachte such ich mir jetzt wo ichs weiß von vornherein eine kleine Privatpension wo es das nicht gibt, und falls doch schlaf ich sofern mir wegen Verweigerung die Übernachtung verweigert wird eben im freien.

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  • prizeotel Blogger

    Hallo YetiYeti. Der Meldeschein ist gesetzlich vorgeschrieben. Legt ein Hotelier seinem Gast keinen vor, ist das eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet wird. Auf Verlangen darf die zuständige Meldebehörde oder Dienststelle der Polizei die Meldescheine einsehen. Eine Verarbeitung und Auswertung der Meldescheine darf nur für Zwecke der Gefahrenabwehr, der Strafverfolgung und der Strafvollstreckung, für die Aufklärung der Schicksale von Vermissten und Unfallopfern und anonymisiert für statistische Zwecke erfolgen. Meldescheine müssen ein Jahr aufbewahrt und dann vernichtet werden. Pensionen unterliegen auch dem Meldegesetz, jedoch gibt es einige Ausnahmen, wie z. B. Jugendherbergen.

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  • Hugo

    Meldegesetz in Bayern, die meist eh schärfer sind ;-)
    Quintessenz: ab 2 Monaten muss man den Wisch erst ausfüllen…

    Art. 23
    Beherbergungsstätten
    (1) Wer in Einrichtungen, die der gewerbs- oder geschäftsmäßigen Beherbergung von fremden Personen dienen (Beherbergungsstätten), für nicht länger als zwei Monate aufgenommen wird, unterliegt nicht den Meldepflichten nach Art. 13 Abs. 1 und 2. Sobald der Aufenthalt die Dauer von zwei Monaten überschreitet, hat der Betreffende sich innerhalb einer Woche bei der Meldebehörde anzumelden.

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  • Gast

    Schade nur das der Passus mit dem Identitätsnachweis bei den Mitarbeitern am Donnerstag in Bremen nicht bekannt war und eine Grundsatzdiskusion über das Mitführen von Personalaisweisen entbrannte.
    Nicht bekannt war der Mitarbeuterin das in Deutschland der Personalausweis nicht mitgeführt werden muss.

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  • PrizeGast

    Soweit ich weiß herrscht in Deutschland doch Ausweispflicht oder nicht? Also wenn man angesprochen und aufgefordert wird muss man sich ausweisen können?!
    Oder gilt das nur in Hinsicht auf Arbeitsbedingungen wenn z.B. das Zollamt einen Kontrollgang in einem Betrieb macht und auf Schwarzarbeit prüfen würde…
    Naja… wer weiß man lernt nie aus ;)
    Ich finde es jedenfalls völlig in Ordnung wenn man beim Check-In seine Identität bestätigen muss, denn man ist ja nicht der einzige Gast und wenn etwas vorfällt und jemand ist unter gefälschter Identität eingecheckt sind mit sicherheit die Mitarbeiter dran…

    Und dass diese an meiner Nasenspitze erkennen ob ich “böse” bin oder nicht kann ich ja nicht verlangen :)

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