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Verzicht und Einsamkeit statt Komfort und Cityfeeling?

Günther Chodera/pixelio.de

Leuchtturm als Hotel

Hotels gibt es viele. Einige sind höchst komfortabel und einige … eben nicht … Wie das einsamste Hotel Deutschlands, das fast 30 Seemeilen von Bremerhaven entfernt mitten im Meer steht. Der Leuchtturm Roter Sand – das weltweit das erste Bauwerk auf offener See – wird stolze 125 Jahre alt. Touristen, die sich hier einquartieren, suchen keinen Komfort, sondern das Gegenteil. Würden Sie das auch wollen?

Schließen Sie die Augen und stellen sich folgendes Szenario vor:
Fast drei Stunden sind sie nun unterwegs. Außer Puste, erledigt und durchgeschwitzt. Die Anreise ist beschwerlich, so schlägt das Herz gleich drei Takte schneller, als sie endlich das prizeotel entdecken. Sie kommen in den wunderschönen Foyer-Bereich, voll beladen mit Wechselklamotten, Schlafsack und natürlich Unmengen Handtüchern.

Der Koffer klimpert ein wenig, wenn man ihn bewegt, denn selbstverständlich mussten sie für ihren viertägigen Aufenthalt genug Dosenravioli einpacken. Man weiß ja nie was kommt! Das freundliche Personal checkt sie ein – ihr Zimmer befindet sich auf der dritten Etage. Sie bedanken sich noch höflich, während ein junger Mann die Leiter an der Hauswand bereitstellt. Ihren Koffer reicht er ihnen glücklicherweise an, zum Glück, denn so ein Leiteraufstieg mit Gepäck ist schon eine kniffelige Sache. Doch unter den Anfeuerungsrufen der gesamten Belegschaft schaffen sie es ohne Probleme.

Ist der Koffer erst einmal durch das Fenster ins Zimmer gewuchtet, fällt ihr Blick sofort auf die Etagenbetten. Kindheitserinnerungen aus dem Harz kommen sofort hoch. Klassenfahrt und Jugendherberge versetzen sie locker zwanzig Jahre zurück. Es ist ein wenig fröstelig, deswegen muss nun erst einmal der Norwegerpulli herausgekramt werden. Kaum ist der übergestreift, wird die Küche ausgecheckt: der Hunger meldet sich und auch Dosenravioli möchten warm serviert werden … Diese essen sie dann auf der Dachterrasse, eingepackt in einen dicken Parker. Ihr Blick ist starr auf ein großes, dunkles Nichts gerichtet … Hach, wäre jetzt nicht ein schönes Bier das Größte? Geht leider nicht. Warnschilder weisen unerbittlich darauf hin: Alkoholverbot – aus Sicherheitsgründen …

Etagenbetten? Nein Danke!
Was für eine Vorstellung, oder? Natürlich müssen die Gäste des prizeotels nicht an den Hauswänden entlang in ihre Zimmer klettern. Diese sind durchgestylt von Karim Rashid und der hat wohlwollend auf Etagenbetten verzichtet, statt dessen gibt es High-Comfort-Betten mit Luxusbettwäsche. Auch ein Gläschen Wein (oder auch zwei ;-)) dürfen sich die Besucher in der gemütlichen Lobby schmecken lassen. Und anstelle von Dosenravioli werden die Gäste im prizeotel Bremen-City stilecht am reichhaltigen Frühstücksbuffet verwöhnt. So versteht sich von selbst, dass Strom und Heizung Usus sind … ansonsten würde unser kompetentes Personal wohl nicht so gerne arbeiten … Bloß den Blick aufs wilde Meer können wir leider nicht bieten. Dafür aber einen grandiosen Ausblick auf den Bremer Freimarkt, der gerade stattfindet … Wild ist der auch! ;)

PS: Wer doch mehr über Leuchtturm Roter Sand erfahren will, Welt Online hat gerade darüber berichtet.

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