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Benet, das Musikfest und der Mann auf dem Flur

Wie die meisten von euch sicher mitbekommen haben, bin ich eine kleine „ Viertelliebhaberin“. Das “Viertel“ in Bremen ist ein Stadtteil und heisst tatsächlich auch so. Dort trifft sich bunt gemischt eine Gruppe aller Nationalitäten, aller Kulturen und Sprachen – also fast für jeden was dabei. Jährlich gibt es in diesem Stadtteil auch ein großes Sommerfest was über ein verlängertes Wochenende geht, immer mit viel gutem Essen, Trinken, natürlich Musik aus aller Welt, Straßenkünstlern und Tanzvorführungen. Das gab es in diesem Jahr leider nicht. Ihr könnt euch meine Enttäuschung vielleicht vorstellen.

Ganz so schlimm war es dann aber doch nicht, denn in Bremen gibt es ja noch das Musikfest. Das fand vom 01.09. bis 22.09. in Bremen statt und war eine Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen und Zeitschienen. Immer an unterschiedlichen Standorten gab es musikalische Aufführungen und Konzerte quer durch die Stadt. Diese Veranstaltung bescherte uns ebenfalls eine Menge neue Gesichter. Unser Haus war gut besucht mit vielen netten, neuen und einigen bekannten Leuten.

Wie ich ja bereits in meinem vorherigen Blogbeitrag erwähnt hatte, habe ich die Abteilung gewechselt und bin nun auf der Etage zwischen Wäschewagen und Staubsauger zu finden. Traurigerweise war kürzlich eine Teamkollegin erkrankt und somit verließ ich für einige Tage meine Etage, um am Front Office und im Service beim Frühstück einzuspringen. Was für mich natürlich kein Grund zum Trauern ist, denn gerade beim Service am Wochenende hat man bisschen mehr Zeit für seine Gäste und eine nette Plauderei.

Wenn Gäste aus dem Fahrstuhl kommen, um im Restaurantbereich zu frühstücken, fragen wir immer nach dem Namen des Gastes. Wir haken ihn dann auf unsere Liste ab, damit keiner doppelt zu Kasse gebeten wird. Einer der Gäste schaute mich deswegen eines Morgens verwundert an. Ich erklärte ihm kurz, wozu ich seinen Namen brauche und ertappte ihn dabei, wie er seine Augen auf meinem prizotel-Shirt kreisen ließ – auf der Suche nach einem Namensschildchen. Ich musste grinsen und sagte ihm, dass er selbstverständlich auch nach meinem Namen fragen darf, denn das sei ja nur fair. Wenn ich seinen Namen weiß, darf er auch ruhig meinen wissen! Der Herr musste auch schmunzeln und freute sich über mein Plappermaul. Im Laufe des Wochenendes traf ich den Gast immer wieder und wir plauderten und lachten ein bisschen.

Montags mache ich nun den Küchendienst, das heißt, ich bin sogar noch ein bisschen früher
im Hotel als gewohnt und bereite das reichhaltige Frühstücksbuffet für unsere Gäste vor. Diesmal war das Buffet sehr schnell aufgebaut, da schon alles Vorfeld vorbereitet war. So konnte ich mich mit unserem Security-Mitarbeiter, der unsere Nachtschicht am Front-Office macht, über die Ereignisse der Nacht unterhalten. Auch da gab es eine Menge Interessantes zu zu erzählen: Unsere Zimmer sind nur mit einer Keycard zu öffnen. Beim Check-In bekommt der Gast diese Zimmerkarte, die er erstens braucht, um den Fahrstuhl in Gang zu setzen. Denn nur damit kommen Gäste unseres Hauses auf die Etage und es schleicht sich kein Fremdling dazwischen. Außerdem braucht man zweitens die Karte, um die Zimmertür zu öffnen und letztendlich auch für Strom und Licht im Zimmer zu sorgen, indem man die Karte in die Strombox neben der Tür steckt. Wenn man das Zimmer verlässt, sollte man die Karte natürlich aus der Strombox ziehen und mitnehmen, denn man braucht sie schließlich, um die Tür wieder zu öffnen! So passierte es dem Nachtdienst dieses Wochenende, dass ein Gast im Halbschlaf aus dem Zimmer ging. Eigentlich wollte er auf die Toilette, er hatte sich aber in der Tür geirrt und stand auf einmal auf dem Flur. Der arme Mann war somit gezwungen, in Schlafhemd, Boxershorts, dazu noch barfuss in die Hotellobby zu wandern, um meine Teamkollegin um Hilfe zu bitten. Selbstverständlich fuhr sie direkt mit ihm nach oben und öffnete seine Tür, damit er weiterschlafen konnte. Tja, so etwas kann schließlich jedem passieren.

Soviel von mir, ich wünsche euch eine schöne Zeit und bis zum nächsten Mal.
Eure Benet.

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